Die Vereinsgeschichte der OG Tailfingen

Verfasst von Helmut Bitzer und Johannes van Ophuysen anlässlich des
100 jährigen Jubiläums 1991 (hier ein Auszug).

1891
Gründung der Ortsgruppe Tailfingen des Schwäbischen Albvereins.

Die ersten Mitglieder des Albvereins Tailfingen waren nach der Mitgliederliste Nr.15 veröffentlicht in den Blättern des Albvereins Nr. 3 des Jahres 1891 die beiden Lehrer Ruoff und Junger.

Lehrer Ruoff ist erster Vertrauensmann der Ortsgruppe Tailfingen.

Ende des Jahres 1891 hatte Tailfingen bereits 21 Mitglieder.

1901

Bis zum Jahre 1901 sind dem Albverein in Tailfingen 42 Personen beigetreten. Nach der vorhandenen Mitglieder-Statistik hatte Tailfingen in diesem Jahr nur 16 Mitglieder. Demnach sind mehr als die Hälfte der genannten Personen wieder aus dem Albverein, sei es durch Tod oder Austritt, ausgeschieden. Nach dem Tiefstand von 1901 mit 16 Mitgliedern nahmen die Mitgliederzahlen beim Albverein Tailfingen wieder stetig zu.

1903    30 Mitglieder

1907    37 Mitglieder

1910    47 Mitglieder

1912    52 Mitglieder

Über Wanderungen und sonstige Aktivitäten wissen wir wegen fehlender Unterlagen leider sehr wenig.

1912

Wird in der Presse auf eine Wanderung auf den Blasenberg hingewiesen, und dass man nach langjähriger Pause endlich wieder einmal Wandern wolle.

1913

Hauptlehrer Karl Weller wird als Vertrauensmann gewählt, nun kommt das Wandern in Tailfingen auch in Schwung. Die 100-Jahr-Feier zum Gedenken der Völkerschlacht bei Leipzig wird durch den Albverein und den Verschönerungsverein organisiert und in die Wege geleitet.

Die Zahl der Albvereins-Mitglieder stieg von 52 auf 95 an.

Von nun an werden immer wieder Wanderungen durchgeführt, diese werden auch in der Presse bekannt gemacht.

1914

Mit Beginn des Frühlings werden wieder Wanderungen durchgeführt.

Jäh wird das Albvereinsleben durch den am 01. August beginnenden Krieg unterbrochen. Zum Jahresende hatte der Albverein Tailfingen 138 Mitglieder.

1915 und 1916

In der Statistik finden sich keine Notizen über Wanderungen und Veranstaltungen des Schwäbischen Albvereins Tailfingen.

1917

Lehrer Raff wird als neuer Vertrauensmann gewählt.

1918

Es wird von zwei durchgeführten Wanderungen in der Presse berichtet.

1919

Das Wandern kommt nach dem Kriege nur zögernd wieder in Gang.

Der Touristenclub Schwaben tritt dem Albverein bei.

Die Zahl der Mitglieder steigt auf 166.

1921

Oberlehrer Karl Weller wird Vertrauensmann.

Durch ihn wurde 1910 der Uhlandsplatz mit Kastanien eingepflanzt.

Den nun aufkommenden Gedanken der Jugendherbergen förderte er und richtete eine solche in der Lutherschule ein.

1922

Hermann Maute wird Vertrauensmann.

Die Ortsgruppe hatte 300 Mitglieder und war nach den Albvereinsblättern die stärkste im Zoller-Gau.

1924

Nach fast 2 Jahren wird wieder eine Hauptversammlung abgehalten.

Es wird ein Rückgang der Mitglieder von 300 auf 238 angegeben.

Auch Wanderungen und eine zweitägige Fahrt an den Bodensee werden angeboten.

1926

Hermann Maute legt das Amt des Vertrauensmanns nieder, sein Nachfolger wird Schultheiß Gottlob Höfel.

Die Mitgliederzahl sinkt auf 180.

1927

Die Mitgliederzahl erreicht wieder 220.

Eine Jugendabteilung wird gegründet.

1930

Die einsetzende Wirtschaftskrise um 1930 bringt auch den Tailfinger Albverein ins Wanken. Tailfingen wird zur Stadt erhoben.

1931

In einem in den Albvereinsblättern veröffentlichten Beitrag, spricht Professor Nägele Tailfingen zur Stadterhebung die Glückwünsche aus.

1932

Es wird erfolgreich der Versuch unternommen, die Ortsgruppe wieder zu Aktivitäten zu erwecken.

Hermann Maute wird erneut zum Vertrauensmann gewählt.

Die Mitgliederzahl wird mit 160 angegeben.

1934

Vertrauensmann Hermann Maute legt ein noch heute erhaltenes Mitgliederbuch an. Danach war der Mitgliederstand 143.

1935

Mit diesem Jahr beginnt dann die lückenlose Führung der Vereinsprotokolle.

Es wird ein Wander- und Ausschuss gebildet.

Es werden wieder regelmäßig Wanderungen gemäß Wanderplan durchgeführt. Auf die Wanderungen wird im „Wille“ und in der „Tailfinger Zeitung“ hingewiesen.

1937

Die Zahl der Mitglieder der Ortsgruppe steigt auf 161.

Die Stadt würdigte die Verdienste von Vertrauensmann Hermann Maute dadurch, dass der vordere Teil des Weges am Braunhardsberg die Bezeichnung Hermann-Maute -Weg erhielt. Es wurden in diesem Jahr 31 Ruhebänke aufgestellt.

1938

Der Albverein hat jetzt wieder 200 Mitglieder

1939

Das beim Erdbeben 1911 verschüttete Heilige Brünnle wird wieder Instand gesetzt und fließt wieder.

Der nun bald ausbrechende Krieg hemmt die Arbeit des Albvereins nachhaltig.

1940

Wanderungen werden in diesem Jahr nur noch wenige durchgeführt. Die Mitgliederzahl beträgt 217

1941

Es wurden weiterhin so gut wie möglich die Wege und Ruhebänke Instand gehalten und erneuert.

Auch bescheidene Wanderungen fanden statt.

1942

Eine durchgeführte Wanderung nach Bisingen wird zur letzten bis zum Kriegsende.

1945

Schriftführer Julius Fröschlin, schließt das erste Protokollbuch des Albvereins Tailfingen mit folgenden Worten: Ich schließe das Buch mit wehmütigem Herzen, denn Freude und später auch Leid hat es in sich aufgenommen, aber ein guter Funke wird das bereits erloschene Feuer wieder zur Flamme auflodern lassen, wenn einmal bessere Zeiten unseren Geist neu beleben. Aber wir wollen, so oft es möglich sein kann, in der engeren Heimat wandern und wieder wandern.

1946

Im September erfolgt nach den Vorschriften der französischen Militärregierung die Wiedergründung der Ortsgruppe Tailfingen des Schwäbischen Albvereins.

Eine Wanderung wird durchgeführt.

1948

Mit der Währungsreform wurde eine entscheidende Voraussetzung für ein neues wirtschaftliches Wachstum unter marktwirtschaftlichen Bedingungen geschaffen.

1949

Vertrauensmann Hermann Maute gibt sein Amt aus gesundheitlichen Gründen ab, neuer Vertrauensmann wird Albert Haller.

Es werden mehrere Wanderungen durchgeführt.

Die Mitgliederzahl steigt auf 211 an, nachdem sie zum Kriegsende auf 183 Mitglieder gesunken war.

1951

Erstmals nach dem Kriege wird von der Ortsgruppe Tailfingen wieder ein Familienabend abgehalten.

Ein Chor und eine neue Jugendgruppe werden gegründet.

Es werden Wanderungen durchgeführt.

Die Ortsgruppe hatte am Jahresende 245 Mitglieder.

1952

Beim Familienabend trat zum ersten Mal die Jugendgruppe mit Gesang, Volkstanz und Theaterspiel auf.

Eine Rekordbeteiligung gab es in diesem Jahr, an 21 Wandungen beteiligten sich 865 Personen.

1954

Wie die Jahre zuvor begann auch das Neue Jahr mit einigen Skiwanderungen

1955

Am Ende des Jahres wird festgestellt, dass das Wetter nicht besonders war, deshalb nahmen an 20 Wanderungen nur 417 Personen teil.

1960

Der Albverein hatte eine Rekordbeteiligung von 828 Personen bei 22 Wanderungen.

Die Anlage Weilertal-Brunnen wird fertig gestellt. Der Aufgang vom Felsenmeer zum Braunhardsberg wird in Zusammenarbeit mit dem Verschönerungsverein Truchtelfingen mittels einer Eisentreppe in vielen Stunden dauerhaft hergestellt.

1962

Eine große Anzahl Albvereinler nahm an Einweihung des Wanderheims auf dem Rauhen Stein teil.

Ein reichhaltiges Wanderprogramm war denen beschert, die an der 10-tägigen Wanderfahrt nach Südtirol mit Standquartier in Toblach teilnahmen.

1963

An der 75-Jahrfeier des Hauptvereins, die verbunden war mit der Einweihung des neuen Augstberg-Turmes bei Trochtelfingen, beteiligte sich auch der Tailfinger Albverein.

1964

Eine 2-tägige Vogesen-Wanderung wurde mit dem Schwarzwald-Verein Villingen unternommen.

Diese Fahrt darf als der Beginn der heute noch bestehenden kameradschaftlichen Verbindung der beiden Ortsgruppen gelten.

Am 04. Oktober kam der Schwarzwaldverein Villingen mit 2 Bussen nach Tailfingen. Vom Gockeler bis zum Dreifürstenstein wurde gemeinsam gewandert.

1974

Albert Haller ist seit 25 Jahren Vertrauensmann der Ortsgruppe Tailfingen

1977

Albert Haller findet auch bei diesen Neuwahlen keinen Nachfolger, er nimmt bei den Neuwahlen nur noch bedingt diese Wahl an.

1978

Die für den 09. und 10. September vorgesehene 2-Tagesfahrt nach Schruns – Lüner See wurde abgesagt, da viele Mitglieder durch das Erdbeben geschädigt wurden.

Am 22.April fand die erste gemeinsame Abendwanderung mit den Pfeffinger und Onstmettinger Albvereinlern statt. Seither ist dies ein fester Bestandteil des Wanderplans in jedem Jahr.

1979

Vertrauensmann Albert Haller gibt das Amt des Vertrauensmanns nun endgültig ab.

Nach mehreren Ausschuss-Sitzungen übernimmt Schriftführer Helmut Bitzer dieses Amt. Albert Haller war 30 Jahre lang Vertrauensmann der Ortsgruppe Tailfingen.

An den 22 Wanderungen nahmen 587 Personen teil.

1981

90-jähriges Jubiläum der Ortsgruppe.

Der Albverein erhält, neben anderen Gruppen, einen von Loki Schmidt signierten Porzellanteller für seinen Einsatz für die Belange des Naturschutzes.

1982

Am 13. März konnte man endlich den Vereinsraum im Haus Petrusgasse 10 in Besitz nehmen.

Am 08. September findet der erste Seniorentreff im Vereinsheim statt.

1985

Johannes van Ophuysen wird als neuer Vertrauensmann gewählt.

Zum Ende des Jahres hatte die Ortsgruppe Tailfingen 294 Mitglieder.

1986

Der erneuerte Raichbergturm, zu dessen Renovierung auch der Tailfinger Albverein einen namhaften Beitrag stiftete, wurde am 06. und 07. September in Betrieb genommen.

1987

Der Albverein Tailfingen richtet am 29 März die Gauversammlung in der Zollern-Alb-Halle in Tailfingen aus.

1988

Das Nägelehaus ist 60 Jahre, der Schwarzwaldverein Villingen ist 100 Jahre alt.

So war man am Samstag auf dem Nägelehaus, und am Sonntag bei der Feier der Villinger Wanderfreunde.

1991

100-jähriges Jubiläum der Ortsgruppe.

Die Ortsgruppe Tailfingen hatte zum Ende des Jahres 285 Mitglieder.

2012

Walter Buschbacher wird als neuer Vertrauensmann gewählt